09.11.2009

Hallo Welt,

Indonesien_destroyed-house-Iwieder einmal schicke ich euch Grüße von weit entfernten Orten der Welt. Dieses Mal von West Sumatra in Indonesien, wo ich seit einigen Wochen tätig bin. Bisher ist das östlichste Land, in welchem ich bisher gearbeitet habe, nach Deutschland sind es immerhin 6 Stunden Zeitunterschied (7 nach England) und im Moment sicherlich gefühlte 40 Grad Celsius Temperaturunterschied.

Am 30. September gab es hier ein Erdbeben von der Stärke von 7.9 auf der Richter Skala. 1.119 Menschen gelten als tot oder verschollen, viele davon liegen noch immer unter den Trümmern und können nicht geborgen werden. Fast 200.000 Häuser sind beschädigt oder zerstört und 2.5 Millionen Menschen sind nun auf Hilfe angewiesen.

Indonesien_people-staring-to-repair-some-roadsDie Heilsarmee hat in Indonesien einige Krankenhäuser. Ganz selbstverständlich haben diese sofort ihre Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Mit der medizinischen Arbeit fingen wir also an. Tagsüber wurden im Zelt teilweise über 200 Menschen versorgt, nachts wurden die Kartons zur Seite geräumt und im selben Zelt mit dem gesamten Team (10-12 Leute) geschlafen.

Das „Bad“ war ein kleiner Fluss, ca. 15 Minuten zu Fuss unterwegs, den Hügel runter (in diesem schwülen Wetter ist man nach dem raufklettern dann gleich wieder durchgeschwitzt und könnte gleich nochmals runtergehen), das Klo,... naja, ihr könnt’s euch denken.
Neben der medizinischen Hilfe wurden auch Lebensmittel, Decken und Zelte an die Bevölkerung verteilt.

Indonesien_in-front-of-a-broken-houseNach wie vor bieten wir medizinische Hilfe an, 6 Nachmittage in unserem Zelt und die Vormittage als „Mobil Clinic“ an verschiedenen Orten in der Umgebung.

Nun sind 5 Wochen seit dem Erdbeben vergangen und es ist Zeit, über längerfristigere Projekte nachzudenken. Geplant haben wir momentan ein Projekt zum Wiederaufbau von Häusern und eines für eine Schule, denn Zelte oder Planen sind zwar notwendige Sofortmaßnahmen, bieten aber keinen langfristigen Schutz. Nach einigen Wochen Sonne und starken Regengüssen werden die brüchig und undicht.

Indonesien_On-the-way-to-the-fieldWie meistens ist meine (und die meines australischen Kollegen Drews) Aufgabe, alles zu koordionieren, zu planen und unseren einheimischen Kollegen beim Projekt Management bestmöglich zu unterstützen.

Mittlerweile haben wir übrigens auch ein Teamhaus und genießen Betten und (kalte) Eimerduschen. Nach dem Fluss ist das echt purer Luxus!

Hinter unserem Haus ist ein Reisfeld und es ist echt ein friedlicher Anblick, die Menschen bei der Arbeit oder einen Sonnenuntergang zu beobachten.

Indonesien_distribution-of-milk-powderIndonesien ist wunderschön und die Menschen lachen viel. Über uns „Bule Bule“ (=Ausländer) zum Beispiel, weil wir in ihren Augen so einige lustige Dinge machen wie zum Beispiel als ich mit meiner Übersetzerin mit dem Motorrad im Matsch gelandet bin. Und sie lachen auch über sich selber.

Aufgeben und Jammern sind definitiv keine Charaktereigenschaften der Menschen hier, im Gegenteil. Es ist bewundernswert mit welch innerer Stärke und Widerstandskraft die Menschen auch an den Wiederaufbau und Neubeginn gehen.

Indonesien_sleeping-in-the-tentStraßen, die von Erdrutschen zerstört wurden werden in Gemeinschaftsarbeit so gut es geht wieder repariert, den alten Menschen im Dorf wird als erstes eine Notunterkunft gebaut. Und trotz den tragischen Schicksalen schenken die Menschen uns ein Lächeln, wann auch immer wir vorbeikommen.  

Es ist ein Privileg, hier zu arbeiten, Seite an Seite mit unseren unermüdlichen indonesischen Kollegen und den beeindruckenden Menschen in den betroffenen Gegenden.

Ich schicke euch ein bisschen von der Sonne und der indonesischen Freude. Vielleicht erhellen sie ja euren Tag!

Indonesien_sunset-behind-our-houseSeid gesegnet!
Damaris

 

Die Heilsarmee - Divisionshauptquartier - Fregestraße 13-14 - D-12159 Berlin, Telefon: +49-(0)30-859889-0 - Fax: 49-(0)30-859889-99