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19.02.2008
Hallo Welt,
in Deutschland wird es gerade Winter sein, in England regnet es vermutlich und ich bin wieder in Afrika. Dieses Mal in Ruanda.
Gemeinsam mit Paul Westlake, einem englischen Heilsarmeeoffizier bin ich verantwortlich für ein Aufbauprojekt in einer Siedlung für zurückkehrende Flüchtlinge neben einem Dorf namens Gituru, im Nordosten des Landes.
Während der jahrelangen Unruhen waren viele Menschen ins benachbarte Tanzania geflohen. Es ist nun friedlich in Ruanda. Auf Druck der tanzanischen Regierung wurden nun Menschen ruandischer Herkunft zurückgeschickt. Viele davon haben schon vor Jahrzehnten Ruanda verlassen oder sind in Tanzania geboren und kehren nun zurück in ein Land, welches ihr Zuhause sein soll. Ein Großteil dieser Familien hat kein wirkliches Zuhause mehr und kommt aus Tanzania fast ohne persönlichen Besitz. Da die bestehenden Kommunen nicht in der Lage sind, die zurückkehrenden Familien aufzunehmen, hat die Regierung unbewohnte Gegenden zu neuen Wohngebieten erklärt. Diese Siedlungen besitzen jedoch keinerlei Infrastruktur.
„Unsere Siedlung” ist eine dieser neuen Wohngegenden. 70 Familien leben hier. Im vergangenen Jahr haben wir dort ein Bohrloch gegraben, Toiletten für jede Familie und ein gemeinsames ‚Community-Center’ gebaut. Gemeinsam mit der Regierung wurden auch landwirtschaftliche Schulungen durchgeführt, denn die Menschen waren in Tanzania Viehhirten und sollen nun auf Geheiss der Regierung Landwirtschaft betreiben. Der Grund dafür ist, dass Ruanda wohl nicht genügend Platz für größere Viehherden bietet.
Im jetzigen Projektabschnitt soll es um den Aufbau von Häusern dort gehen. Dafür gibt es ein von der ruandischen Regierung festgelegtes Modell, welches auch bestimmt, dass 2.000 Ziegel pro Haus in Eigenarbeit geformt werden müssen. Während der vergangenen Monate wurden nun alle Familien geschult und waren in Gemeinschaftsarbeit beschäftigt, diese Ziegel herzustellen.
Ich habe im Laufe dieser Arbeit schon viele traurige Situationen gesehen, aber es berührt mich nach wie vor. Prinzipiell ist es ja sehr positiv, wenn Flüchtlinge nach Hause zurückkehren können. Für die Familien in „unserer Siedlung” und viele andere Rückkehrer wird es jedoch noch eine Weile brauchen, bis sie den Ort „Heimat“ nennen können.
Ich wünsche mir sehr, dass wir in der Lage sein werden, einen Unterschied zu machen und sie dabei unterstützen können, ein Zuhause zu haben und dort ein neues würdevolles Leben zu beginnen.
Alles liebe, eine Extraportion Sonne und viel Segen!
Damaris
Möglichkeit zu spenden:
Die Heilsarmee bittet um Spenden für die Opfer des Wirbelsturms!
Konto der Hilfe:
Bank für Sozialwirtschaft, Köln
Kontonummer 40 777 03
BLZ 370 205 00
Verwendungszweck: ruanda - Damaris Frick
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