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03.03.2008
Hallo Welt,
vor 6 Wochen bin ich hier in Ruanda angekommen. Vor 6 Wochen kannte ich noch niemanden in diesem Land und vor 6 Wochen war von den 70 Häusern, die wir hier bauen sollten, auch noch nichts zu sehen.
Mittlerweile kenne ich schon einige Menschen in meinem Dorf mit Namen. Sefuku. Thomas, ein sehr alter Mann, ist einer von ihnen. 1959 ist er mit der ersten Flüchtlingswelle nach Tanzania gekommen.
Letztes Jahr kehrte er zurück. 
„Was ist mit deiner Familie?“ fragte ich ihn, denn er lebt völlig alleine in einer kleinen provisorischen Hütte. „Ich hatte 6 Kinder“ erzählt er mir, „zwei kamen bei den Unruhen ums Leben, drei starben auf der Flucht und auch meine Frau ist in Tanzania gestorben.“ Das sechste Kind ging verloren in den Zeiten der Unruhen. Er weiß bis heute nicht, ob es noch lebt und wo.
Sefuku Thomas bekommt eines der 70 neuen Häuser. Jede Familie muss dafür jedoch die notwendigen 2.000 Lehmziegel selber herstellen. Für alte Menschen wie ihn, aber auch für Kranke, Witwen oder Waisen ist das eine unerreichbare Leistung. In einem Treffen mit den Dorfbewohnern wurde daraufhin beschlossen, diese zu unterstützen. Jeden Samstag findet nun ein gemeinsames Ziegelherstellen statt. Die Dorfbewohner, aber auch unser Team arbeiten dann einige Stunden und stellen Ziegel für all diejenigen her, die Hilfe brauchen. Die Erde wird aufgehackt, mit Wasser und Gras vermischt und mit den nackten Füßen in die richtige Konsistenz gestampft. Dann wird die Mischung in Holzrahmen gestopft und der Rahmen schnell aber vorsichtig entfernt. Mir macht es Spaß, es fühlt sich an wie Schlammschlacht auf irgendwelchen Zeltlagern, ist aber auf die Dauer bedeutend anstrengender.
Mittlerweile sind alle 70 Häuser auch bereits am Entstehen und befinden sich in verschiedenen Phasen zwischen Fundament und bereits mit Dach. Es begeistert mich zu sehen, wie das Projekt voran geht.
Gestern hat mir Sefuku Thomas erzählt, dass er total glücklich ist über sein neues Haus. Das einzige, was ihm noch fehlen würde, wäre wieder eine Frau. Als ich ihm gesagt habe, dass ich leider nicht mehr zu haben wäre, ihn aber sonst durchaus in Erwägung gezogen hätte, hat er gelacht und mit ihm all die anderen, die gerade um uns herumstanden.
Der Völkermord in Ruanda hat eine furchtbare und unbegreifliche Geschichte. 
Wir können die Vergangenheit für Menschen wie Sefuku Thomas nicht ändern, aber wir wollen dazu beitragen, dass er die restlichen Jahre seines Lebens würdevoll verbringen kann.
Das war es mal wieder von mir. Es ist schön, dass ihr euch für meine Arbeit, für mein Leben und für das Leben von Leuten wie Sefuku Thomas interessiert.
Dankeschön dafür und für eure Freundschaft!
Fühlt euch umarmt und gesegnet!
Damaris
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