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07.11.2007
Hallo Welt,
einige Wochen sind vergangen seit ihr das letzte Mal von mir gehört habt. Und jetzt neigt sich meine Zeit hier in Kalemie schon dem Ende zu. Es war eine gute zeit und eine sehr vollgepackte Zeit.
Das Projekt ist nun in vollem Gange. Mit 230 Familien in 4 Dörfern (Mulange, Cosma, Musenge und Kamalenge) haben wir begonnen, mittlerweile haben wir noch ein paar neu zurückgekehrte Familien dazugenommen und sind bei 251.
Die Dorfbewohner haben Ziegel geformt und die Wände ihrer jeweiligen Häuser gebaut. Dann haben sie Holz gesucht und einen Rahmen für das Dach gebaut.
Die vergangenen Wochen haben wir jede Menge Fahrten gemacht und Wellbleche, Nägel und Werkzeuge ausgeliefert. Knapp 150 Häuser haben nun schon ein fertiges Dach. Das ist auch gut so, denn die Regenzeit hat begonnen. Jede Woche sind weitere Häuser fertig und eine weitere Fuhre mit Wellblechen wird gemacht.
Außer dem Hausbauprojekt gibt’s dann noch unser landwirtschaftliches Projekt. Gemeinsam mit FAO (Food and Agricultural Organisation) haben wir in allen 4 Dörfern Landwirtschaftsschulungen durchgeführt. 52 Männer und 26 Frauen haben daran teilgenommen und gemeinsam mit ihnen habe ich gelernt, wie man den Boden vorbereitet und wie man Maniok, Mais, Reis, Süßkartoffeln, Auberginen, Tomaten (kenn ich schon von meinem Balkon in Chemnitz) und verschiedenes einheimisches Gemüse anbaut, pflegt, erntet und Saatgut für die nächste Saison gewinnt. Die Männer und Frauen sollen dann das Wissen an die anderen Dorfbewohner weitergeben. Saatgut sowie Hacken, Macheten, Spaten und Gießkannen wurden verteilt. Die Familien sollen befähigt werden, ihren Eigenbedarf zu decken, aber auch ausreichend Ernten zu haben, um manches davon verkaufen zu können.
Ich hatte hier ein kleines aber tolles Team, Captain Mutombo, der Heilsarmeeoffizier wird das Projekt nun weiterführen. Samuel hat mir gute und notwendige Dienste beim Übersetzen geleistet und Damien hat den Bau der Häuser in den Dörfern beaufsichtigt. Dann gab es noch jede Menge andere, die die Lastwagen mit den Wellblechen gefahren sind, die als Träger ausgeholfen haben und bei vielen anderen kleinen und großen Aufgaben ausgeholfen haben.
Es war wirklich eine Freude und ein Privileg hier zu arbeiten, für den Start dieses großartigen Projektes verantwortlich zu sein und ein Stück dazu beizutragen, dass in das Leben dieser vom Krieg und den Kämpfen vertriebenen und nun zurückgekehrten Familien wieder Normalität eintreten kann. Ich werde die Menschen vermissen, meine tollen Mitarbeiter aber auch meine Dorfbewohner: Josephine, Yumba Njota, Zulita und eine ganze Menge anderer Witwen, deren Männer vor ihren Augen von fremden Soldaten ermordet wurden, Kaluah, eine junge hochschwangere Frau, die sich gewünscht hatte, dass ihr Baby in einem sicheren Haus zur Welt kommt und dass ich bei der Geburt dabei bin. (Das Haus ist fertig, aber das Baby leider noch nicht da); Koby, den Dorfältesten von Kamalenge, der weise und ruhig immer dafür gesorgt hat, dass die Verteilung reibungslos lief, Seriphe Cosma, einen jungen Mann aus Musenge, der den Witwen in seinem Dorf beim Hausbau geholfen hat und den ich daraufhin „ami des veuves“ (Freund der Witwen) genannt habe und noch so viele andere.
Die meisten Dorfbewohner kennen meinen Namen gar nicht, für sie bin ich einfach nur ‚Mzungu’ (die Weiße) oder auch ‚Mama Mzungu’, Rafiki (Freund) oder auch Madami (hört sich immer so an als wäre man eine ältere Schuldirektorin). Das ist schon ok. Es geht bei dem Projekt ja überhaupt nicht um mich. Was ich mir wünschen würde wäre, dass für diese Familien nun eine neue, hoffnungsvollere Zukunft beginnen kann und dass sie durch die Arbeit der Heilsarmee ein bisschen was von Gottes Liebe spüren konnten.
Danke an euch alle! Es ist schön, euch als Freunde zu haben!
Seid gesegnet!
Damaris
P.S.: für Spenden:
Die Heilsarmee Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00 KtoNr. 40 777 03
Zweck: Katastropheneinsatz D. Frick Kongo
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