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31.08.2007
Hallo Welt!
Ich bin im Kongo, einem grünen Land mit absolut freundlichen Menschen. Schön war, dass fast eine Woche später als ich selber auch mein Gepäck ankam. Ihr könnt euch vermutlich nicht vorstellen, wieviel Spaß einem das Beine rasieren und Fingernägel schneiden machen kann. Ganz zu schweigen von dem Gefühl, frische Klamotten anzuhaben und nicht jeden abend das T-Shirt und die Unterwäsche ein bisschen im Waschbecken zu waschen, um sie dann am nächsten Tag leicht feucht wieder anzuziehen.
Aber das sind kleine Unbe quemlichkeiten, die einem immer banaler vorkommen, je mehr man Menschen kennenlernt, die nicht mal annähernd so viel besitzen wie das bisschen, was in meinem Handgepäck war und auch kein Waschbecken, wo sie sich oder ihre Kleidung waschen könnten.
In Kinshasa besuchte ich verschiedene Kliniken der Heilsarmee. Unter anderem bieten sie auch Programme an für unterernährte Kinder und deren Mütter. Diese Programme beinhalten Essensausgabe, aber was vermutlich noch viel wichtiger ist, die Vermittlung von Nahrungsinformationen, der Ermutigung zum Stillen und der Familienplanung. Ein anderes Programm beinhaltet die Schutzimpfungen. Oft wird das Wissen in Lieder verpackt, damit sich die Teilnehmerinnen das besser merken können und so singen sie darüber, mit welchen Nahrungsmitteln ein Brei für die Kinder zubereitet werden kann, wann ein Kind gegen Polio, Tetanus, Masern und dergleichen geimpft werden soll oder wie man denn eine gute Mutter sein will, wenn man ein Baby auf dem Rücken, eins auf dem Arm und eins im Bauch hat. Mein Lieblingslied war eines, welches die Mütter zum Stillen ermutigt (meine Hebammenschwester Rebekka wäre begeistert gewesen), begleitet wurde es von ausladenden Hüftschwüngen und heftigem Gewackel der Oberweite. ;-) 
Ich bin in Afrika immer wieder beeindruckt von dem Zusammenhalt in der Familie und der Kommune. Ich glaube besonders die Großmütter haben es mir angetan. So habe ich bei meinem Besuch auch Mama Makembi kennengelernt, die ihr Enkelkind aufzieht, seit dessen Mutter verschwunden ist oder Mama Lukangamango, die sich selbstverständlich um ihre drei Enkel kümmert, seit deren Eltern verstorben sind. Beide Grossmütter haben selber nichts, aber für sie ist das keine Frage sondern eine Selbstverständlichkeit.
Heute war ich in “office de route”, einem Teil der Stadt, wo 1.220 Familien auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnhofs leben. Diese Familien leben in ungenügenden Unterkünften und es gibt weder Elektrizität noch Wasser noch Toiletten. Entsprechend häufen sich die daraus entstehenden Gesundheitsprobleme. 
Einer von den Bewohnern von ihnen ist Bayana Gideon, ein 7-jähriger Junge mit einem entzündeten Auge und einem Leistenbruch.
Eines unserer Projekte wird für diese Kommune sein. Als sofortige Reaktion auf die Gesundheitsprobleme soll medizinische Hilfe angeboten werden. Der erschreckend hohen Anzahl an unterernährten Kindern soll durch entsprechende Programme Abhilfe geschaffen werden. Und durch Gespräche mit den zuständigen Regierungsbehörden soll auch dafür eingetreten werden, dass diese Familien umgesiedelt werden können in geeignetere Unterkünfte
Vermutlich wird hauptsächlich Major Gracia Matondo dieses Projekt begleiten, da ich viel zu weit weg im Osten des Landes sein werde. dort wird unser größtes Projekt stattfinden. Wegen der unbefahrbaren Straßen werde ich um meinen Zielort zu erreichen ein Flugzeug nach Lubumbashi (an der Grenze zu Sambia) nehmen müssen und von dort eines nach Kalemie (an der Grenze zu Tanzania).
Aber über Kalemie, das Projekt und die Menschen dort erzähle ich euch ein anderes Mal.
Für heute hoffe ich, dass ihr die Menschen in Kinshasa nicht vergesst, insbesondere diejenigen vom Stadtteil “Office de Route”.
Euer Gebet und Drandenken ist wichtig!
Thank you! Mercy (french)! Matondo (lingala)! Asante sana (kiswahili)! und natürlich: Danke!
Damaris
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