Damaris in Indien

Ost-Division   Die Heilsarmee in Berlin und den Neuen Bundesländern

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Brief vom 01. Dezember 2006

Hallo Welt!

Die Zeit vergeht so schnell, dass es wirklich erschreckend ist.

Ich habe das Gefühl, ich bin gerade erst in Indien angekommen und jetzt sind es nicht mal mehr

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Damit ihr mir auch glaubt, dass ich in Indien bin, hier ein Bild im Sari. Ich kann auch meine normalen Klamotten anziehen, trage aber häufig zur großen Freude meiner Mitmenschen indische Kleidung.

zwei Wochen, dann bin ich auch schon wieder weg, zuerst gehts nach England zum Internationalen Hauptquartier der Heilsarmee, meinem "Basiscamp", dann habe ich Urlaub und im Januar werde ich wohl wieder ausreisen,... wohin auch immer.

Ich hatte hier mehrere, sehr unterschiedliche Aufgaben, manche kamen sehr spontan und Haben mich überrumpelt. Aber in Indien gewöhnt man sich an die Spontanität. Bei jeder denkbaren Gelegenheit erwarten die Menschen beispielsweise eine Rede. Die Inder lieben Reden (und keine davon ist kurz! :-) (Gestern war ich zum Beispiel bei einer Verabschiedungsveranstaltung. Das Ganze dauerte fast vier Stunden, mindestens sieben Personen haben eine Rede gehalten, dazwischen kamen selbstkomponierte Lieder, die Überreichung von Girlanden, etc. Ich muss sagen, solche Meetings strapazieren mein Sitzfleisch und meine Geduld schon sehr). Meine Reden dagegen sind kurz und knackig. Hilfreich ist auch ein Übersetzer, da hat man immer kurz Zeit, sich den nächsten Satz zu überlegen.

Zu meinen spontaneren Aufgaben gehörte beispielsweise auch eine Nacht im Tonstudio, wo ich kurzerhand mal den Text für ein Video über die Arbeit nach dem Tsunami lesen sollte. Oder auch ein ganztägiges Training für 30 Jungs an einem College. Das

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Ein überflutetes Dorf
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In manche Dörfer konnte man nur mit dem Traktor fahren. Manchmal kam es einem so vor, als ob man wirklich durch einen See fahren würde, weil man nicht einmal mehr ahnen konnte, wo die Straße sein könnte.
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Bei der Reisverteilung
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Gruppenübung beim Disastertraining

Thema war "die Bereitschaft und Vorbereitung auf Katastrophenfälle". Was in sich selbst schon ein bisschen paradox war, weil wir dieses Training mit wenig Vorbereitung abgehalten haben. Aber die Jungs waren begeistert und es war trotz allem ein wirklich guter Tag.

Meine Hauptaufgaben waren ansonsten noch die Kontrollbesuche in diversen Tsunamiprojekten, eine ausführliche Dokumentation darüber, welche Arbeit geleistet wurde und die Antragstellung für weitere Projekte.

Die eindrücklichsten Erlebnisse für mich waren

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Mit Frauen und Kindern, die mich in ihrem Dorf herumführten und ihre eingestürzten Hütten zeigten.

jedoch die Zeiten während der akuten Fluthilfe. Aufgrund des Monsuns waren im südlichen Indien viele Dörfer betroffen, Häuser wurden überflutet, Hütten stürzten ein, Ernten wurden vernichtet, Menschen kamen ums Leben oder erkrankten. Der Hilfebedarf war groß und die indische Heilsarmee, unterstützt vom Internationalen Hauptquartier, reagierte sofort. Mehr als 14.000 Familien in 158 verschiedenen Dörfern wurden mit Reislieferungen unterstützt. Solche Erlebnisse sind immer gut und traurig gleichzeitig. Aber ich bin wirklich dankbar für diese intensive und gute Zeit.

So, das wars jetzt auch mal wieder aus meinem leben!

Heute ist der 1. Dezember und obwohl es sich ein bisschen seltsam anfühlt in Flipflops und
T-Shirt und bei schwülem Wetter Weihnachtslieder zu singen ist es dennoch schön. Auf der ganzen Welt feiern wir als Christen die Geburt von Jesus. Eine wirklich großartige Sache, nicht nur an Weihnachten!

Danke für alles! Ohne eure Freundschaft, Unterstützung, Mails, post (Gratulation an Anett und Liesi, die absoluten 'Queens of Snailmail'!), Anrufe, SMS, Gebete, Drandenken, Interesse,... würde es mir ganz schön schlecht ergehen! Ihr seid toll!!!

Alles Segensreiche für die Advents- und Weihnachtszeit!

Damaris

 

PS.: Wer Lust hat, kann im Internet auf der website der internationalen Heilsarmee mal nachlesen. Dort stehen auch zwei ausführlichere Berichte über meine Erlebnisse während der Flut: www.salvationarmy.org unter 'headlines' 'south india floods- a personal perspective'.

Also dann: Bis zur nächsten Mail...