Pakistan-NEWS

Ost-Division   Die Heilsarmee in Berlin und den Neuen Bundesländern

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22.03.2006

Heute erreichten uns neue Nachrichten von Damaris Frick über ihren Einsatz in Pakistan:

“Vergangenen Oktober war hier im Norden des Landes das schreckliche Erdbeben, bei dem tausende von Menschen ums Leben kamen. Die Heilsarmee war, wie viele andere Organisationen in der Anfangszeit vor allem damit beschäftigt, das Überlebensnotwendigste für die betroffenen Menschen zu organisieren und zu verteilen. In unserem Fall vor allem Zelte und Decken, damit die Menschen den Winter überstehen konnten. Man sieht nun auf der einen

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Damaris Frick mit einem kleinen einheimischen Mädchen vir deren Zelt, in dem ihre Familie eine notdürftige Unterkunft gefunden hat

Seite unzählige Zeltstädte und auf der anderen Seite Städte und Dörfer, die völlig in Trümmern liegen. Natürlich habe ich solche Bilder bereits im Fernsehen gesehen, aber es ist etwas anderes, wenn man sich mit jemandem unterhält, der einem vom Verlust des eigenen Vaters, der Mutter, des Mannes oder des eigenen Kindes erzählt. Oder wenn ich über Schutt und Steine laufe in dem Wissen, dass hier mal eine Schule stand und noch immer hunderte von Kindern unter den Trümmern begraben liegen. In der Stadt Balakot, in der ich arbeite, gibt es vermutlich keine Familie, die keine Angehörige verloren hat. Kein Bericht kann das Leid wirklich wiedergeben. 

Mittlerweile ist es Frühling und die Phase 2 der humanitären Hilfe hat begonnen. Schulunterricht wird teilweise in Zelten durchgeführt und der Wiederaufbau von Häusern ist in Planung. Viele Menschen wollen jedoch nicht mehr in ein festes Haus ziehen. Lieber blieben sie in Hütten aus Holz und Wellblechdächern. Zu groß ist die Angst vor einem erneuten Beben. Und diese Angst ist nicht ganz unbegründet. Während ich heute noch im Bett lag, hat es mal wieder kurz gebebt. War nicht besonders stark, ist aber schon ein seltsames Gefühl. Wie schrecklich muss so etwas für die Menschen in den Zelten und Hütten sein, die vor wenigen Monaten dieses Beben erlebt haben.

Wir haben die ersten Tage damit verbracht, an unzähligen treffen mit anderen NGO-s (non-governmental-organisations) teilzunehmen, mit Menschen in den zerstörten Gebieten zu reden und einen Gesamtüberblick über die Situation zu bekommen. Viele Entscheidungen sind nicht so schnell zu treffen, Fahrten brauchen Zeit aufgrund der teilweise sehr betroffenen (oder nicht mehr vorhandenen) Straßen und nicht zuletzt der Sicherheitssituation. Die Sicherheitsvorkehrungen, wie z.b. Militär- oder Polizeibegleitschutz bei manchen Fahrten machen manches etwas umständlich.

Es gibt 2 pakistanische Organisationen, mit denen wir jetzt vermutlich zusammenarbeiten werden. Angedacht sind der Aufbau einer Schule und auch mehrere 'vocational comunity centres for women and girls' (weiss nicht, wie man das übersetzen würde). Es gibt unzählig viel zu tun, aber es soll ja auch eine sinnvolle und dauerhafte Hilfe sein und gut abgesprochen mit den anderen Organisationen und vor allem mit denen, bei denen die Hilfe ankommen soll.

Die Menschen Pakistans sind total nett und gastfreundlich. Selbst inmitten der Trümmer und vor einem Zelt bekommt man noch Tee angeboten. Und dies von Menschen, die alles verloren haben, was sie mal besassen. Manchmal küssen sie uns auch die Hände für die Hilfe, die sie erfahren haben von Organisationen wie der Heilsarmee.

Es ist sehr bewegend und auch traurig. Aber es ist es auch ein Privileg, hier mitarbeiten zu können. Es gibt wirklich nichts, was ich gerade lieber machen würde.